Der Auftrag der Genossenschaft Nagra


Die Genossenschaft Nagra ist eine Organisation aus dem Bereich Technik und Wissenschaft und für die Endlagerung und Entsorgung von Atommüll in der Schweiz verantwortlich. Im Auftrag der Atomkraftwerke prüft Nagra entsprechend die Machbarkeit von Endlagern und verwaltet ausserdem die Inventarisierung aller in den AKW anfallenden Abfälle.

Für die Entsorgung selbiger sind in der Schweiz laut Kernenergie-Gesetz nur geologische Tiefenlager erlaubt, das heisst, die Lager müssen in mehreren hundert Metern Tiefe gelegenen, besonders stabilen Gesteinsschichten angelegt werden. In einem eigenen Felslabor um Grimselmassiv wird erforscht, welche Gesteinsschichten hierfür besonders geeignet sind.

Dass ein Endlager für Atommüll in der Schweiz technisch machbar ist, wurde im Juni 2006 auch vom Bundesrat bestätigt. Ein grösseres Problem stellt die genaue Standortfindung dar, weil die Endlagerung von Atommüll natürlich bei den Anwohnern möglicher Lager immer für Ängste sorgt und die Atomkraft trotz der grossen Sicherheit weltweit zahlreiche Gegner hat. Ein Beispiel hierfür ist der mögliche Standort Benken, um den seit einiger Zeit ein heftiger Streit entbrannt ist. Geplant ist die Eröffnung eines Endlagers zwischen 2040 und 2050. So lange wird es noch dauern, bis die verbrauchten Brennelemente aus den AKW und die verglasten Abfälle, die bei der Wiederaufarbeitung entstehen, in entsprechenden Zwischenlagern auch ausreichend abgekühlt und für die endgültige Entsorgung bereit sind.

Die Nagra mit Sitz in Wettingen arbeitet mit rund 80 Mitarbeitern an den Fragen zur Atommüll-Entsorgung. Da atomare Abfälle, die übrigens nicht nur in Atomkraftwerken sondern auch in der Medizin entstehen, bei unsachgemässer Handhabung eine grosse Gefahr darstellen, ist die Aufgabe der Nagra eine schwierige und mit einer sehr grossen Verantwortung gegenüber den Bürgern verbunden. Höchste Sicherheitsstandards und genaueste Erwägungen bei der Auswahl von Endlagern sind deshalb garantiert. Auch eine ausführliche Informationspolitik gegenüber den Medien ist der Genossenschaft wichtig, damit die Schweizer Bürger durch Transparenz das gute Gefühl bekommen, dass die Stromversorgung im Land keine Bedrohung für sie darstellt.

Widerwissen vieler ist Radioaktivität im Grunde eine absolut natürliche Erscheinung, die überall dort eine Rolle spielt, wo radioaktive Materialien ihren Einsatz finden. Hierzulande kommt Radioaktivität unter anderem im Bereich der Kernenergie, in der Forschung und Industrie oder beispielsweise auch im Bereich der Strahlentherapie in der Medizin zum Tragen. Die mit Abstand grössten Verursacher von radioaktiven Abfällen in der Schweiz sind jedoch die fünf landeseigenen Kernkraftwerke, welche durch die Kernspaltung Atomenergie erzeugen.

Damit die Strahlung von radioaktiven Abfällen Mensch, Tier und Umwelt weder heute noch in ferner Zukunft bedroht, schreibt das schweizerische Kernenergiegesetz die Entsorgung radioaktiver Abfälle in geologischen Tiefenlagern vor. Die Grundkriterien, welche ein solches Endlager erfüllen muss, regelt der Sachplan geologische Tiefenlager, welcher vom Bund vorgegeben wird. Ebenfalls darin festgehalten ist das offizielle Verfahren, nach welchem die verschiedenen Standorte für die Lagerung des Atommülls in der Schweiz ausgewählt werden. Erste Priorität haben dabei klar die sicherheitstechnischen Kriterien. Daneben spielen aber auch die Raumnutzung und diverse sozioökonomische Aspekte eine entscheidende Rolle. Nicht zuletzt regelt der Sachplan des Bundes auch noch die Aufgabenverteilung aller Beteiligten und die Zusammenarbeit der verschiedenen Interessensgruppen.

Die Nagra, die nationale  Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle, nun hat die Aufgabe sämtliche in der Schweiz anfallenden, radioaktiven Abfälle unter Einhaltung der vom Bund vorgegeben Kriterien sicher und langfristig zu entsorgen. Sie befasst sich sowohl mit der Planung von geologischen Tiefenlagern, als auch mit den ausführlichen wissenschaftlichen Abklärungen, welche die Planung und spätere Umsetzung mit sich bringt.



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Kontakt

Nagra
Hardstrasse 73
5430 Wettingen

Tel.: +41 (0)56 437 11 11